Tag Archive: soziale Phobie


100 Artikel

Als ich letztens in mein Dashbord geschaut habe, stand vor den Artikel die Zahl 99, in Worten neunundneunzig! Dieser ist der 100!Und weil 100 Artikel was tolles sind,kann ich mit diesem Blogbeitrag auch mein kleinen Gewinn präsentieren.

Ich habe auf dem Blog von Gilly bei der Pringles Verlosung mitgemacht und gewonnenSmiley. Endlich mal wieder etwas gewonnen! Wurde ja auch Zeit.

 

Ich bin stolz auf mich! 100 Artikel habe ich geschrieben. Das hätte ich mir nie zu getraut. Ich bin ja mehr der ruhige Typ,kein Freund vieler Worte. Als ich den Blog gestartet habe, war ich sehr planlos, worüber genau soll ich berichten? Habe ich was interessantes zu erzählen? Will  überhaupt Jemand meine Sicht der Dinge lesen?  Aber ich habe es geschafft über 7000 Besucher auf meine Seite zu locken!

Zur Feier des Tages gebe ich ne Runde Sekt aus!

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Seit 21 Tagen bin ich bei Postcrossing registriert. Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht.

Ich habe insgesamt 8 Karten verschickt, 2 sind gerade noch unterwegs. Meine Karten habe ich nach Finnland (2*), USA (2*),Niederlande, , Russland, Italien  und China gesendet. Meine 6 Postkarten, die schon angekommen sind, haben 28,641 km zurückgelegt. Und 3 Karten habe ich schon bekommen, eine aus Belgien, USA und Finnland, insgesamt 11,388 km.  Die Fotos meiner Postkarten werde ich auf meinen Photobucket Album veröffentlichen. Mal gucken aus welchem Land ich die nächsten Ansichtskarten bekomme.

Am Anfang hatte ich einige Probleme mit dem Schreiben. Ich wusste nicht, was ich schreiben sollte.  Ich hatte  Angst den Empfänger zu langweilen, zu enttäuschen. Blöd, da ich den ja denjenigen nur eine Karte sende und dann nix mehr mit ihm zu tun habe. Ich denke das hängt auch irgendwie mit meiner Sozialen Phobie zusammen, Smalltalk macht mir auch große Probleme. Das Schreiben fällt mir jetzt schon leichter, hoffe mit dem Smalltalk wird es auch mal besser.

Vor kurzem bin ich auf ein anderes, interessantes Projekt gestoßen: Bookcrossing. Hier kann man Bücher, die man zu Ende gelesen hat und toll findet, mit anderen Menschen teilen. Man muss sich dazu einen Code von der Homepage besorgen, diesen in das Buch kleben und dann das Buch an einen frei zugänglichen Platz liegen lassen. Diesen Ort veröffentlicht man dann bei bookcrossing und der Finder gibt dann den Code an und registriert das Buch. Nach dem er es zu Ende gelesen hat, kann er wiederum das Buch auslegen und den Ort wieder veröffentlichen und der 1. der Kette kann dann den Weg seines Buches verfolgen. Hier, in Kornwestheim sind 2 Bücher versteckt, habe  sie aber nicht gefunden, sonst hätte ich mich da registriert. In Stuttgart sind mehr unterwegs, vielleicht versuche ich da mal mein Glück.

Sommerfest 2010

Am  7. und 8. August hat der Hundesportverein Kornwestheim sein alljährliches Sommerfest veranstaltet. Mein Vater, der Vorstand ist, hat mich gefragt, ob ich dort als Helfer  arbeiten will. Ich habe ja gesagt, a) weil ich schwer „Nein“ sagen kann und, b) weil es für mich eine Übung ist. Warum werden sich wohl einige Fragen. Ich habe immer noch Probleme beim Umgang mit fremden Menschen, deswegen habe zugestimmt, um mir zu beweisen: ICH KANN ES !

Am Samstag war ich für den Geschirrsammeldienst eingeteilt: Ich musste umher laufen und leeres Geschirr einsammeln. Was ist daran so schwer? Ich musste die Zuschauer ansprechen und fragen, ob ich das Geschirr abräumen kann. Das war für mich doch sehr schwer und später habe ich freiwillig Biergläser gespült. Habe mich doch vor der Herausforderung gedrückt.

Am Sonntag war ich für den  Getränkeausschank  zuständig. Seltsamerweise habe ich damit keine  Probleme. Wenn jemand was von mir will ich kann diesen Wunsch erfüllen und ich  weiß, ich kann es erfüllen, dann habe ich kei9ne Probleme mit fremden Menschen. Deswegen macht mir diese Arbeit auch viel Spaß.

So und jetzt erzähle ich euch noch etwas vom Sommerfest. Am Samstag fand die 12. Irische Sommernacht statt. Es gab Irish Stew, irischen  Whiskey  und Guinness neben den üblichen Gerichten. Natürlich gab es auch Live Musik. Die Band Fiddlers Green unterhielt uns fast   4 Stunden mit tollen irischen Liedern.

Am Sonntag standen dann diverse Vorführungen auf dem  Programm. Der Hundesportverein Kornwestheim zeigte einen kleinen Ausschnitt aus seinem Angebot: Agility, Dog Dancing, Hindernisbahn und Unterordnung.  Für die Besucher mit Hunden gab es sogar einen kleinen Wettbewerb: Hunderennen. Die Hunde mussten auf Zeit eine kurze Strecke laufen. Das  Herrchen/Frauchen ging zum  Ende der Stecke und ein Mitglied vom Hundesportverein  hielt so lange den Hund fest. Und dann  wurde der Hund losgelassen und die Zeit gestoppt.

Mir hat das Sommerfest großen Spaß gemacht und das nächste Mal werde ich bestimmt wieder mit machen.

Im letzten Teil habe ich von der Gruppentherapie berichtet. Wir haben uns danach auch immer noch monatlich getroffen. Am Anfang waren wir noch fast alle Gruppenmitglieder, aber inzwischen sind  wir nur noch zu dritt. Ich hatte den Eindruck, dass die Treffen allen Spaß gemacht haben. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Wie gesagt inzwischen sind wir nur noch zu dritt. Ich, als Eventmanger, schreibe zwar noch immer alle an, falls sich vielleicht doch noch jemand überlegt mal wieder zu kommen, aber manchmal überlege ich mir es nicht zu tun.

Am Freitag haben wir das Frühlingsfest besucht. Nach dem wir uns  gestärkt hatten gingen wir über den Wasen und überlegten uns, was wir fahren wollen. Wir fuhren mit der Achterbahn Höllenblitz und  mit dem Brake Dance No.1. Ich habe erst beim dritten Anlauf einen Platz ergattert. Die Fahrt im Höllenblitz war klasse, die Fahrt mit dem Brake Dance  nicht so toll, mir war danach doch ein wenig unwohl.

Anschließend wollten wir noch ein Bierzelt besuchen, aber als wir an den Zelten vorbei gelaufen sind, waren immer lange Schlangen vor dem Eingang. Die kürzeste war vor dem Wasenwirt -Zelt .  Also stellen wir uns da an. Wir hätten wohl mindestens 30 bis 40 Minuten  warten müssen. Aber wir hatten Glück, wir sind von 2 Mädels angesprochen worden, die uns ein Armband verkauft haben.  Mit dem Armband wurde man trotz Schlange ins Zelt gelassen. Wir haben dann noch eins gefunden und dann haben wir versucht in das Zelt zu kommen. Da ich kein Band hatte, habe ich mich zwischen die beiden Anderen begeben und so sind wir dann ins Zelt gekommen.

Dort mußten wir dann ne weile durch das Zelt laufen, bis wir einen freien Platz gefunden haben.

Und dann ging die Party ab, wir haben auf den Bänken gestanden und fleißig die Lieder mitgesungen. So gegen 23Uhr begaben wir uns dann auf dem Heimweg.

Mal gucken was unsere kleine Truppe als nächstes unternimmt.

Vor  fast einem Jahr habe ich mit meiner Gruppentherapie angefangen. Diese wurde auch von meiner Krankenkasse übernommen. Die Genehmigung haben sie auch sehr schnell erteilet. Mitte Dezember  2008 hatten wir, meine Therapeutin und ich, den  Antrag an die Krankenkasse geschickt und im Januar hatte ich das Ok bekommen.  Die Gruppensitzungen  waren immer Donnerstag von 19 Uhr bis 21 Uhr im TeZet, Therapiezentrum der Gerhard – Alber-Stiftung, Christophstr. 8, 70178 Stuttgart. Der Kurs hieß Schluss mit der Angst, sich zu blamieren! – Hilfe bei sozialen Ängsten. Es gab 10 Termine.

Vor dem ersten Termin war ich sehr nervös. Hätte ich vorher nicht meine Einzelsitzungen gemacht, wäre ich da nicht hingegangen.  Zu Beginn sollten wir uns in einen Stuhlkreis setzen, dann hat sich unserer Gruppenleiterin vorgestellt und kurz umrissen wie sie den Kurs gestalten will. Sie meinte aber auch, sie ist da sehr flexibel, damit wir auf Probleme mehr eingehen können. Dann kamen wir an die Reihe, jeder musste sich vorstellen: Name, welche Probleme man hat, was man hier im Kurs erwartet… Damit keiner genau wusste wann  man an der Reihe  war, hat sie ein Kuscheltier mitgenommen. Diese wurde dann weitergeworfen.

Ich war sehr über die Gruppenzusammensetzung überrascht. Von einigen hätte ich nie gedacht, dass sie das gleiche Problem hätten wie ich. Sie haben doch relativ viel gesagt und nicht so wie ich,  ruhig und wenig sagen. Es war ein bunter Querschnitt würde ich sagen. Es gab Studenten, Leute die in sozialen Bereichen arbeiten,…, Selbständige. Wir hatten auch nicht immer dieselben Probleme, es gab welche, die konnten Problemlos telefonieren oder präsentieren. Nach der Vorstellungsrunde gab es eine kleine Pause, wir standen alle im Vorraum und redeten nicht viel, weil wir alle Probleme mit Smalltalk haben und , bei mir ist es immer noch der Fall, habe.

Die Pause war die 1.Übung. Es kam wieder das Stofftier an die Reihe: Jeder musste jetzt seine Gefühle usw. beschreiben. So in etwa liefen immer die Übungen ab: Wir bekamen die Aufgabe, dann kam die Durchführung, dann kam wieder der Stuhlkreis und das Stofftier an die Reihe und wir mussten wieder über unsere Gefühle reden. Damit war unsere erste Sitzung vorbei.

Bei der nächsten Sitzung war ich schon weniger nervös. Diesmal begann die Runde mit einer kleinen Zusammenfassung unserer Woche: Was haben wir erlebt, gab es Probleme, usw. Ich kann mich nicht mehr  an alle Übungen erinnern, jedenfalls sagt das mir mein Gefühl. Also werde ich von denjenigen Berichten, die mir in Erinnerung blieben. Ich werde sie durchnummerieren, aber die Reihenfolge stimmt nicht mit der Abfolge im Kurs überein.

  1. Übung:  Austeigen aus der S- Bahn:
    Wir stellt ein paar Stühle dicht zusammen, in der Mitte war etwas Platz. Wir mussten uns in die Mitte stellen. Derjenige, der sich am hintern Ende befand musste sich dann nach vorne kämpfen. Einmal  freundlich: „Könnte ich da bitte vorbei“, beim zweiten Mal  sollten wir uns durchdrängeln.  Für mich war die Übung noch relativ einfach.
  2. Übung:  Sich in der Pause anschweigen
    In einer Pause durften wir uns nicht unterhalten und sollten auch nix anderes machen.  Warum? Wir alle haben ja Probleme mit Smalltalk und wir versuchen es mehr oder weniger zu vermeiden. Wir  sollten einfach mal sehen, wie es ist, wenn alle sich nur anschweigen und nix sagen. Ich kam mir bei  dieser Übung blöd vor und beobachtet. Ich war froh, als die Pause wieder vorbei war.
  3. Übung:  Jemanden etwas persönliches Erzählen
    Wir wurden in Paare aufgeteilt und mussten uns dann gegenseitig etwas persönliches Erzählen. Jeder 10 min und man sollte auch nachfragen. Die Übung war schon etwas schwerer für mich. Das Erzählen war schwerer als das Zuhören.
  4. Übung: Leute angucken und gleichzeitig beobachtet werden.
    Es wurde ein Stuhlkreis gebildet. Jeder musste sich in die Mitte stellen und jeden anderen in die Augen schauen.
  5. Übung: Vor einer Gruppe etwas erzählen.
    Wir wurden  in 3 Gruppen aufgeteilt und  einer musste sich dann vor die Kleingruppe hinstellen und über seine Woche berichten. Die Übung wurde 3-mal durchgeführt. Das 1. Mal sollten wir versuchen entspannt und ruhig zu berichten, dann uns vorstellen wir versprechen uns bestimmt, stottern, werden rot. Und zum Schluss wieder versuchen ruhig und entspannt zu berichten. Anschließend musste die Gruppe den anderen Gruppen Bericht erstatten: Erzählen wie es für einen war und dann musste man seine Beobachtungen über die anderen mitteilen.
  6. Übung:  Der Laufsteg
    Wir saßen uns gegenüber und in der Mitte wurde ein kleiner Gang freigelassen. Dann wurden wieder Paare gebildet. Das Paar ging dann an den Startpunkt und einer musste den Gang auf und ablaufen, sein Partner musste ihn dann beobachten und dann versuchen ihn zu imitieren. Dann gab es eine Beurteilung durch die Anderen. Dann wurden die Rollen getauscht.

Die letzten „ Übungen waren für mich persönlich die schwersten Übungen, weil es mir immer( noch)  schwerfällt vor Anderen etwas zu machen.

Wir haben auch noch andere Übungen gemacht, aber die fallen mir gerade nicht mehr ein. Falls sie mir mal wieder einfallen werde ich sich noch ergänzen.

Neben den Übungen gab es auch theoretische Teile. Diese ähnelten meinen Übungen in der Einzeltherapie.

Da sich unsere Gruppe sehr gut verstanden hat, haben wir immer noch Kontakt und treffen uns einmal im Monat.

Wer mehr über das Kursprogramm der Alber –Stiftung wissen will schaut einfach hier nach.

So, heute will ich jetzt über meine praktischen Übungen berichten.

Da mir Telefonieren immer sehr schwer gefallen ist und auch noch schwer fällt, musste ich als Hausaufgabe Telefongespräche führen. Ich musste im Therapiezentrum anrufen  und meinen ersten Kochkurs habe ich auch so gebucht.

Das war ja noch eine relativ leichte Übung, die nächste Übung war dann schon sehr viel schwerer für mich. Es war eine „Außerhaus“ -Übung. Das Institut befindet sich in der Nähe der Stuttgarter Königstraße, eine Einkaufstraße in Stuttgart, also immer  viele  Menschen an zu treffen. Es fing mit der Übung  an nach der Uhrzeit zu fragen, dann musste ich mich nach dem Weg zum Fernsehturm erkundigen, dann als nächstes musste ich  nach einen Taschentuch fragen. Dann sollte ich mich in Die Königstraße stellen wo die die Königstraße ist, was mir aber irgendwie nicht alle sagen konnten, dann sollte ich mich vor einem Bäcker stellen und fragen wo der nächste Bäcker sei. So was fällt mir sehr schwer, weil ich ja dann denke die anderen können denken ich bin total doof und die würden mich total doof angucken. Aber es war nicht der Fall, ich bin nicht doof angeschaut worden. Und dem Bäcker vor dem ich Stand hat mir keiner empfohlen. Der Abschluss war eine sehr, sehr schwere Übung. In einer kleinen Seitenstraße befinden sich McDonalds und PizzaHut. Ich sollte nun in Pizza Hut gehen und mich nach dem nächsten Mc erkundigen. Und Dann sollte ich in den Mc gehen und nach PizzaHut fragen. Ich war dabei sehr aufgeregt  und nervös, aber ich habe es geschafft und bin jedes Mal  fragen gewesen.

Dann hatte ich immer wieder kleiner schriftliche Übungen zu machen, ein „Positiv –Tagebuch“ zuführen, darin sollte ich jedes positives Erlebnis aufschreiben, Gedanken auf schreiben, diverse Fragebögen ausfüllen. Dann sollte ich mir eine schlimme Situation vorstellen, meine Ängste und Befürchtungen aufschreiben und dann versuchen rational die Situation zu beurteilen, wie realistisch ist denn das. Was auch sehr schwer für mich ist, weil sich doch immer wieder die automatischen Gedanken einschieben.

Dann kam mein Therapeutinenwechsel. Mit der neuen Therapeutin habe ich auch erstmal Gespräche geführt, damit wir uns besser kennen lernen. Mit ihr habe ich viele Meditationsübungen gegen meine Prüfungsangst gemacht. Und da ich  erzählt habe ich habe immer Angst, ich könnte nix erzählen, habe ich dazu auch eine Übung machen müssen. Sie sagte zu mir,  beim Nächstenmahl  holen wir die Videokamera und ich gebe dann ein Thema vor, und sie reden darüber mindestens 10 min. Ich so na ja ok, können wir machen.

Das war für mich eine doppelte Herausforderung: erstmal das freie Reden und dann gefilmt werden. Ich mag das überhaupt nicht und dann noch meine Stimme hören. *grausig für mich.

Aber ich habe es trotzdem gemacht.

Bevor ich das Thema wusste, sollte ich beschreiben wie ich mir jetzt die Übung vorstelle, Ich sagte ich würde bestimmt stottern, nicht viel sagen, nicht in die Kamera blicken, rot werden.

Dann erfuhr ich das Thema: Kochen. Darüber konnte ich dann doch gut erzählen und ich habe die 10 min geschafft. Dann sollte ich mich direkt nach der Übung beurteilen, ohne das Video gesehen zu haben. Ich habe mich dann besser eingeschätzt als beim Anfang, aber auch nicht richtig positiv. Dann habe ich mir das Video angesehen, und ich habe gesehen, dass keine meiner Befürchtungen eingetreten ist.

Natürlich gab es hier auch eine „Außerhaus“ – Übung. Wir sind 2 Stunden durch Geschäfte gegangen und ich mußte mich beraten lassen ohne was zu kaufen. Was ich auch ohne  Probleme geschafft habe. Diese Übung musste ich auch als Hausaufgabe machen, da habe ich mir aber eine Kleinigkeit gegönnt. Ich habe mir in einem Teegeschäft Weißen Tee gekauft.

Mehr Praktische Übungen fallen mir nicht ein gerade. Hier gab es auch wieder viele Schriftliche Übungen zu machen.

Durch meine 2 Therapeutinnen bin ich auch zur Gruppentherapie gekommen, über die ich beim 6. Teil berichte.

Heute will ich mal über meine Therapien berichten. Ich habe 2 Verhaltenstherapien gemacht. Eine Einzeltherapie und eine Gruppentherapie. Ich habe die Therapie im Oktober 2007 bei der Alber-Stiftung begonnen.

Wie bin ich denn darauf gekommen eine Therapie zu machen? Ich hatte in dieser Zeit andere Probleme, starke Schlafstörungen, einige Wissen warum, aber drauf will ich hier nicht eingehen, weil auch andere davon betroffen sind. Auf jedem Fall habe ich der  Ärztin meine ganzen Probleme erzählt und sie hat gemeint, das wäre eine soziale Phobie und hat mir die Adresse gegeben und die Telefonnummer.  Sie hat gesagt,die sind immer stark ausgebucht und haben auch keine Warteliste, man müsse sich dann öfters erkundigen.

Da war schon die erste Hürde für mich: Telefonanruf!!!! Einen Tag habe ich es aufgeschoben, aber dann habe ich angerufen! Der erste Schritt war getan. Dann musste ich der Sprechstundenhilfe kurz erklären warum ich dahin will und dann hat sie nach einen freien Therapeuten geschaut und ich hatte Glück eine Termin war für frei und ich konnte mit der Therapie  eine Woche später beginnen. Ob ich länger darauf gewartet hätte….und immer wieder angerufen und nach einen Platz gefragt hätte…ich glaube die Frage würde ich mit nein beantworten.

Vorm ersten Gespräch war ich sehr nervös und aufgeregt. Aber ich habe es gut  überstanden. Die ersten Gespräche waren nut zum kennen lernen und auch zum erzählen meiner Probleme und zum feststellen ob ich hier auch richtig bin. Und es musste auch der Papierkram für die Krankenkasse erledigt werden. Dazu musste ich auch noch mit der Leitung der Stiftung ein Gespräch führen. Was auch nicht so einfach für mich war, nochmals alles zu  erzählen, aber ihre Einschätzung und Bewertung galt als 2te Meinung, die für den Antrag notwendig war. Nachdem der Antrag abgeschickt war, hieß es warten und hoffen, ob die Therapie genehmigt wird. Ich weiß nicht mehr wie lange ich gewartet habe, aber  die Therapie wurde schnell genehmigt.

Und somit hat ein neuer Lebensabschnitt für mich begonnen.

Ich werde heute erstmal nur über meine Einzeltherapie berichten.

Ich hatte 2 Therapeuten, die eine  musste meine Therapie wegen ihrer Schwangerschaft unterbrechen. Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht.

Bei dieser Therapieform  steht  die Hilfe zur Selbsthilfe für den Patienten im Mittelpunkt um ihn nach Einsicht in Ursachen und Entstehungsgeschichte seiner Probleme Methoden an die Hand gegeben werden, mit denen er zukünftig besser zu Recht kommt.

Die Therapie war zwei geteilt, eine Ursachenforschung, warum, wieso, was meine Ängste sind und Rollenspiele und praktische Übungen.

Über meine Ängste habe ich ja schon in den anderen Teilen berichtet. Wir haben dann unter anderem versucht die Ursache für meine Ängste zu finden, ob es einschneidende  Erfahrungen gab. Es waren immer „Kleinigkeiten“: meine ruhige und stille Art kommt von mein Kleinkindzeit, da wurde ich immer von allen gelobt: Er ist ja so ruhig und lieb, stört nicht…. das war immer  auf Familienfesten usw. und das hat sich bei mir verfestigt. Und dann gab es auch in der Schule immer wieder Vorfälle, beim Vorlesen habe ich mich dann ein paar Mal Verlesen oder etwas gelesen, was überhaupt nicht im Text stand. Die Folge war Gelächter. Oder ich habe mit Fremdsprachen Probleme…ein Englischlehrer  hat mir mal einen transsibirischen Akzent bescheinigt und beim französisch war es auch immer eine Katastrophe…da wurde dann auch immer viel gelacht. Das hast sich bei mir wohl alles angesammelt und verfestigt.

Bei den Rollenspielen habe ich mit meinen Therapeuten immer Situation durch gespielt, die mich Nervös machen, ich sollte mich auch sehr oft in meine Ängste rein steigern und als Gegenbeispiel mir vorstellen es läuft alles gut, um den Unterschied zu spüren. Dann wurde mir auch immer die Frage gestellt: was denke ich über jemanden der vorliest und stottert. Ob ich negativ über ihn denke, denke er ist ein Versager. Ich sage immer nein, aber  ich denke, wenn ich stottere dann halten mich alle für einen Versager. Und dann haben auch oft meine Therapeutin und ich die Seiten getauscht, sie war ich und ich war sie,  sie hat mir dann immer meine Probleme geschildert und ich sollte sie überzeugen, dass die Probleme unbegründet sind. Das konnte ich immer gut, aber mich davon überzeugen klappt nicht so gut. Wir haben auch immer wieder Cliparts aufgemalt, damit ich mir meine Verhaltensweise  visualisiere. So ist mir doch immer wieder bewusst geworden, dass ich mich in einen Teufelskreis befinde.  Das Problem ist mein Sicherheitsverhalten. Bei mir ist es ruhig zu sein, sehr wenig zu sagen, nur nicht auffallen, weil ich denke wenn ich wenn ich anders handele, dann blamiere ich mich, die anderen finden mich blöd usw., aber  durch dieses Verhalten unterstütze  und verstärke ich meine Ängste und es passiert genau das, was ich vermeiden wollte. Deswegen verstärke ich mein Sicherheitsverhalten bei der nächsten Situation und damit wieder meine Ängste. Aber wie kommt man daraus, aus diesem Teufelskreis. Gedanken ändern ist sehr, sehr schwer, es ist sehr viel einfacher seine Handlungsweise zu ändern. ein ganz  einfaches Beispiel: man sitzt auf einen Stuhl  und erzählt was, oder man steht vom Stuhl auf und erzählt was. Somit hat man schon seine Handlungsweise geändert. Die Handlungsweise hängt aber immer von der Situation ab, das ist immer sehr spezifisch.

Der nächste Teil ist über meine praktischen Übungen..

Eigentlich sollte der nächste Beitrag  über meine Therapie sein, aber ich schreibe jetzt erstmal über etwas anderes.

Im Weblin Raum Balkan, haben wir mal über das Thema „Liebe“ diskutiert.

Was wichtig ist, um jemanden zu Lieben, war auch ein Thema. Die drei Kernaussagen waren:

  1. Man muss an sich glauben
  2. Man muss sich selber lieben
  3. Man muss sich selbst respektieren können.

Die Aussagen haben mir doch viel zu denken geben. Weil ich keines von den 3 Aussagen erfülle. Ich traue mir nix zu, meine eigenen Leistungen erkenne ich nie an und Respekt  vor mir selbst habe ich auch nicht.

Von meinen Freunden, bekomme ich immer wieder gesagt, was sie so an mir schätzen, das in mir sehr viel Potenzial steckt, aber ich glaube das vielleicht mal für 5 min und dann sage ich mir, aber das ist ja nix tolles oder besonderes oder andere können das alles viel besser.

Mir wird auch oft gesagt, ich habe dich lieb und sehr gerne, aber ich frage mich dann oft Warum? An mir ist doch nix liebenswertes. Warum ich so was denke, dass weiß ich manchmal auch nicht. So geht es mir besonders, wenn ich wieder jemanden kennen gelernt habe und mich dann in diese Person verliebt habe und diese meine Gefühle am Anfang auch erwidert wurden, aber es dann doch nix wird. Ich hänge dann noch sehr lange an dieser Person, und es dauert lange bis ich mein Herz dann wieder frei bekomme. Besonders dann, wenn ich noch in Kontakt bin und wir immer noch viel zusammen reden, bzw. chatten, weil mich sie mich noch immer sehr gern hat. Man sagt mir dann immer andere Mütter haben auch nette und hübsche Töchter, aber dann offen durch die Gegend gehen und gucken kann ich nicht, weil ich das als eine Art Betrug ansehen würde. Ich kann ja nicht sagen ich habe dich sehr, sehr gern und  dann schaue ich mich nach etwas neuem um, weil ich es ja dann nicht ernst gemeint habe, sondern nur mit ich gespielt habe.

Bei mir geht dann immer eine Gefühlsachterbahn los, mal bin ich nur total niedergeschlagen und könnte manchmal weinen und dann kann ich mir doch sagen, die Richtige kommt bestimmt.

Auf meinen 1 Teil meines Berichtes, habe ich sehr positive Reaktionen bekommen. Das hat mich bestärkt weiter zu schreiben, denn es war nicht einfach für mich diesen Schritt zu tun. Ich hatte schon immer mit diesen  Gedanken gespielt, aber es dann doch immer verschoben, weil ich Angst vor den Reaktion der Leute hatte und mir das auch peinlich war, ich habe mich geschämt zu sagen ich habe Angst davor mit Leuten zu reden.

Durch diese Angst und Schüchternheit, habe ich mit schon vieles im Leben verbaut oder erschwert. Ich habe den Kontakt zu einigen Freunden schleifen lassen, oder bin dann nicht mit auf Partys gegen, weil ich davor Angst hatte, ich mich nicht „cool“ genug dafür gefühlt habe, oder auch beim Ansprechen von Frauen bin ich sehr gehemmt. Und die Konsequenz ist, man wird einsam. Ich habe zwar auch Freunde, aber nicht viele. Diese Einsamkeit ist für mich eins der größten Probleme. Sie macht mich auch manchmal depressiv. Besonders dann, wenn ich jemand kennen gelernt habe, der mir sehr viel bedeutet und dessen Gefühle, dann auf Grund meiner Schüchternheit erkalten. Das tut mir sehr weh und hält mich nachts vom Schlafen ab. Ich  ärgere mich immer sehr darüber, aber das zu ändern ist nicht leicht, das es bei mir was ganz normales, eine unbewusste Reaktion ist, wie das Atmen. Im Oktober 2006 habe ich eine Verhaltenstherapie begonnen, und ich hoffe ich bekomme es blad besser hin. Aber darüber erzähle ich im nächsten Teil. Meine Therapie habe ich bei der Gerhard-Alber Stiftung gemacht.

Aber auch in der Uni habe/hatte ich durch meine Schüchternheit viele Probleme. Ich musste dort auch Vorträge halten. Ich habe mich auf die Vorträge auch gut Vorbereitet und bin dafür von meinen Betreuern immer gelobt worden, weil die Vorträge gut gemacht waren und ich das Thema verstanden hatte. Aber ich habe mir immer gesagt, ich fange an zu stottern, spreche undeutlich, kann ne Frage nicht beantworten, werde rot im Gesicht. Weil ich immer mit diesem Gefühl rein gegangen bin in den Vortrag habe ich mir die Vorträge immer versaut: Ich habe die Vorträge runtergerasselt, habe gestottert und die Hälfte vergessen. Es gab für die Vorträge keine Noten, aber ich habe mich jedes Mal sehr darüber geärgert.

Ein weiteres Problem sind Prüfungen für mich, fast alle Prüfungen waren mündliche Prüfungen. Vor diesen Prüfungen bin ich immer extrem aufgeregt, ich bin da dann sehr oft blockiert. Und wenn ich mal was nicht weiß und solche eine Frage am Anfang gestellt wird, zieht sich dann eine Unsicherheit durch die ganze Prüfung durch. Dementsprechend vielen meine Noten aus. Hinter her war ich dann auch oft enttäuscht, obwohl ich die Prüfung bestanden habe.

Da sieht man auch ein weiters Problem bei mir: Auf sich selbst Stolz sein, sich mal loben können.

Ich könnte ja zu mir nach der Prüfung sagen: Toll, du bist da hingegangen, obwohl du davor große Angst hast und du hast auch die Prüfung bestanden! Sei Stolz auf dich. Aber so was kann ich nicht, ich sehe nur, was hätte besser sein können, also immer nur das negative und nie das positive.

Fortsetzung folgt….

Durch meine schüchtern, stille  und ruhige Art habe ich mir mal wieder alles verbaut…..

Die Menschen, die mich auch persönlich kennen, wissen dass ich ein extrem ruhiger Mensch bin. Ich bin immer wieder gefragt worden, warum sagst durch nix, oder erzähle doch mal was, oder ich will gerne wissen, was du gerade denkst….und ich gebe dann immer nur kurze Antworte, wie ich habe nix zu erzählen, oder ich denke gerade nix….naja das stimmt aber nicht…ich denke viel und würde auch gerne viel erzählen, aber ich kann es nicht. Jetzt denkt ihr bestimmt, was ist daran so schwer, für mich ich das alles sehr schwer. Warum? Weil ich vor Menschen, sozialen Situation große Angst habe. Man nennt es soziale Phobie. Ich habe Angst auf Menschen zuzugehen, Telefongespräche zuführen, in Gruppen fühle ich mich unwohl, mag keine Discos, Smalltalk zu führen geht kaum, über Gefühle reden, meine Meinung sagen, besonders in einer Beziehung. “nein“ sagen kann ich auch nicht.

Ich habe immer Angst, was Falsches zusagen, mich lächerlich zu machen, mein Gegenüber zu langweilen, zu verletzen, was zu persönliches zu fragen. Also sage ich lieber nix, bin ruhig…und dann trifft genau das  ein, was ich befürchte, mein Gegenüber fängt sich an zu langweilen. Jetzt würde jeder normale Mensch sein Verhalten ändern, ich verstärke es noch mehr….

Wird fortgesetzt