Tag Archive: soziale Phobie


Coaching - Tag 1

Coaching – Tag 1

 

Gestern war der erste Tag meines individuellen Bewerbungstrainings. Ich habe mich mit der s-Bahn und dem Bus zum Schulungszentrum chauffieren lassen. Ich habe auch gut hin gefunden. Bei so etwas habe ich immer Angst, dass ich es nicht finde. Aber das Zentrum befand sich ein Stück hinter der Bushaltestelle. Ich war etwas zu früh da und mußte warten. Ich war innerlich etwas angespannt. Mit der Zeit trudelten auch die anderen Teilnehmer nein.  Von der Kursleiterin sind wir dann nach München eskortiert worden, nein nicht die Stadt, sondern ein Raum im Gebäude. Das Gebäude gehörte früher einer Designfirma und die hat die Räume nach Städten benannt. Nach einer kurzen Begrüßung wurde uns der Ablauf erklärt. Die Maßnahme, wie es im Beamtendeutsch heißt, geht vier Wochen. Das hört sich nach viel an, ist es aber nicht, wenn man nicht will. Man ist nur verpflichtet in der Woche zwei Mal zu kommen und pro Woche viereinhalb  Stunden am Coaching teilzunehmen. Also kein allzu großer Aufwand, deswegen war ich auch sehr verwundet, das nur die Hälfte der angemeldeten Teilnehmer erschienen ist. Kann ich nicht so verstehen. Man bekommt ja dort Hilfe bei der Erstellung von Stellengesuchen, Lebensläufen, Anschreiben. Auch wenn man darin gut ist, kann man doch immer noch zusätzliche Tipps gebrauchen.

Dann kam der schlimme Teil, also für mich. Und für zwei andere auch. Die haben, genauso wie ich, Probleme vor Menschen zu reden. Wir mußten uns vorstellen. Dazu haben wir fünf Karten bekommen, auf denen wir Name, Eigenschaften, Erwartungen an den Kurs, Berufswunsch und Zukunftsperspektive (fünf Jahre) aufschreiben und dann den anderen präsentieren. Ich war wie immer aufgeregt, angespannt, nervös. Ich habe es dann aber, laut der Rückmeldungen ganz gut hin bekommen. Aber, so wie immer, habe ich mich immer unter Wert verkauft. Ich hoffe, das ändert sich doch etwas nach dem Coaching.

Dann kam eine Pause und dann kam der langweilige, aber entspannte Teil. Viele Formulare mußten ausgefüllt werden, Datenschutzerklärungen, Betriebsanweisungen usw. Am Ende wurden dann die ersten Termine vergeben. Ich bin am Mittwoch um acht Uhr dran. Dann werde ich mit der Beraterin meine Unterlagen durchgehen und den weiteren Verlauf abstimmen.

Mein Vornamenproblem

Ich habe ein Problem mit Vornamen. Die Vornamen kann ich mir schon merken, aber ich kann die Menschen so schlecht mit dem Vornamen ansprechen. Ich kann  das irgendwie nicht.  Ich weiß auch nicht warum. Ich Grüße, frage auch immer wie geht es usw. Aber jemanden mit dem Vornamen ansprechen geht nicht. Ich komme mir dabei manchmal unhöflich vor, aber der Name kommt mir ganz selten über die Lippen. Es blockiert irgendwie. Ich weiß auch nicht warum, ob das auch etwas mit meiner Phobie zu tun hat? Angst vor Zurückweisung? Ich kann mir das nicht erklären. Im Chat oder in  einer Email geht das ohne Probleme. Aber so von Angesicht zu Angesicht nicht. Ich weiß auch nicht. Kennt das jemand von euch?

 

Besuch beim Arbeitsamt

Heute hatte ich einen Termin bei meiner Arbeitsamt- bzw. Arbeitsagenturberaterin. Wie immer war ich aufgeregt. Als ich das Haus verlassen hatte, sah ich einen großen brauen Briefumschlag im Briefkasten. Als ich den Brief aus dem Briefkasten geholt habe, sah ich, dass es ein Brief vom Prüfungsamt ist. Meine Abschlussnote….etwas nervös machte ich den Brief auf….und dann YUPPPPIIIEEEEE!!!!Ich habe ein „sehr gut“ für meine Diplomarbeit bekommen. Ufff…..

So, jetzt aber zum eigentlichen Thema, mein Besuch bei der Arbeitsagentur. Meine Betreuerin hatte einen sehr netten Eindruck gemacht. Wir sind meinen Lebenslauf durchgegangen, den ich nochmal verbessern sollte, da er einige überflüssige Details enthält. Dann haben wir ein 2 Stellengesuche aufgegeben und meine Kenntnisse und Fähigkeiten erarbeitet. Über meine soziale Phobie haben wir auch geredet, die mich auch etwas Zeit beim Studium gekostet hat. Darüber werde ich auch in Bewerbungsgesprächen wohl reden müssen, da ich ja etwas länger für das Studium gebraucht habe. Meine Betreuerin hat aber gesagt, ich hätte heute einen entspannten Eindruck gemacht. Des weitern hat sie mich für die Lernbörse exklusiv freigeschaltet. Dort kann ich mir noch weitere Fähigkeiten aneignen. Ich soll ein paar Grundkenntnisse in BWL  mir aneignen, da sich die Fähigkeit auch noch gut im Lebenslauf macht. Außerdem will ich dort ein Bewerbungstraining machen und  meine Fremdsprachen verbessern. Da ich ja große Probleme habe, mich „zu verkaufen“ bekomme ich wahrscheinlich einen persönlichen Coach, mit dem ich mich auf Bewerbungen vorbereiten kann.

Morgen werde ich mich dann mal an die Lernbörse setzen und meinen Lernplatz einrichten.

 

 

Nach meiner Diplomarbeit bin ich jetzt auf Arbeitssuche und ich habe mich auch bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet. Nächsten Dienstag habe ich einen Termin bei meiner Beraterin. Mal gucken, was wir dort alles besprechen.

Bewerbungen habe ich auch schon geschrieben, aber bis jetzt auch noch nichts gehört. Darüber bin ich einerseits sehr froh und auf der anderen Seite…..hmmm ernüchtert.

Ich bin froh, da ich große Angst vor dem Bewerbungsgespräch und ,wenn ich dann eine Arbeit bekomme, vor den neuen Leuten habe. Mich dort wieder einarbeiten, telefonieren…davor habe ich große Angst und ich traue mir das zur Zeit auch nicht zu. Und ich schiebe meine Bewerbungen auch teilweise vor mir her. Ich denke auch immer, warum sollten man denn mich einstellen. Ich frage mich auch,ob ich meine Arbeitsamtsberaterin darauf ansprechen soll, das ich eine soziale Phobie habe. Bei meiner Bewerbung habe ich das nicht erwähnt. Das wäre auch nicht so gut…

Morgen werde ich dann mal mein Profil bei monster.de vollständig ausfüllen….Ich nehme es mir ganz fest vor.

 

 

 

 

Selbstwahrnehmung

Es ist schon sehr verzwickt mit der Selbstwahrnehmung. Ich habe gedacht, nur ich und ein paar andere hätte damit Probleme, was auch typisch für Mensch ist, die eine soziale Phobie haben, aber das Phänomen ist doch verbreiterter als angenommen. 

Unter Selbstwahrnehmung verstehe ich, wie man sich selbst in bestimmten Situationen wahrnimmt. Nehmen wir als Beispiel, man muß einen Vortrag halten. Man kennt ja seine Schwächen die man hat. Diese nimmt man (ich) dann besonders war und fixiert sich total auf diese. Ich spreche manchmal sehr schnell bei einem Vortrag und ab und zu stocke ich. Ich denke dann immer, der ganze Vortrag war s, aber das war nicht der Fall. Am Dienstag hat jemand an der Uni, einen Abschlußvortrag über die Diplomarbeit halten müssen. Es war ein toller Vortrag gut und verständlich vorgetragen. Hinter dem Vortrag habe ich mich dann mit der Person unterhalten. Sie hat gedacht, sie hätte viele Schachtelsätze gemacht, ei8nen  Satz begonnen und mit einem anderen Satz aufgehört, Nervös wäre sie auch sehr gewesen.  Alle haben dann gesagt, das wäre nicht Fall, der Vortrag war klasse. Ich habe dann gesagt, wenn man den Vortrag aufgenommen hätte und dann sich das mal ansieht, dann merkt man, dass die meisten Schwächen, die man sich einbildet, gar nicht da waren, oder nur sehr schwach.

In meiner Therapie, habe ich das mal machen müssen, ich mußte, ich glaube, es waren so 10 Minuten eine freie Rede halten, das Thema habe ich erst kurz davor erfahren. Ich wurde dabei gefilmt. Ich mußte dann beschreiben, wie meine Selbstwahrnehmung ist. Dann durfte ich mir das Video ansehen. Es hat kaum etwas gestimmt, was ich mir eingebildet habe.

Obwohl ich weiß, dass mich die Selbstwahrnehmung täuscht, fixiere ich mich doch noch sehr oft auf sie und das zieht mich dann doch öfters runter. Und steigert meine Selbstzweifel.

Wie ist es denn bei Euch?Habt Ihr auch Probleme mit der Selbstwahrnehmung?Wenn ja, wie geht ihr damit um?Was hilft euch?

Ich mache zur Zeit meine Diplomarbeit. Die Arbeit macht mir Spaß und es ist auch interessant. Meine Kollegen und mein Betreuer sind sehr nett und hilfsbereit. Ich kann immer um Rat fragen um Hilfe bitten usw.

Das ist schon mal eine Sache, die mir etwas schwer fällt. Aber ich habe es schon ein paar Mal gemacht und man hat mit auch immer geholfen. Mit der Zeit wird es mir bestimmt leichter fallen. Hoffe ich wenigstens. Mein anderes großes Problem ist das Zwischenmenschliche, Smalltalk. Ich weiß nie was ich sagen soll. Mein altes Problem: Habe Angst mich lächerlich zu machen, oder was total uninteressantes zu erzählen. Ich kann nie spontan was erzählen. Ich bin immer am Überlegen: Was kann ich denn jetzt sagen. Das….oder das…oder doch lieber was anderes. So geht es ständig bei mir. Und deswegen bin ich oft eher schweigsam. Das kommt sicher sehr blöd rüber, aber es fällt mir sehr schwer mein Verhalten zu ändern. Aber ich habe mich schon ein paar Mal Überwinden können und habe etwas gesagt zu einem Thema und auch Leute angesprochen. War auch immer ein positives Erlebnis für mich. Und am Freitag waren wir nach der Arbeit auf dem Stuttgarter Weindorf. Haben uns ein wenig unterhalten. Ich habe sogar auch etwas gesagt. Hoffentlich kann ich weiter so machen.

 

Es ist schon komisch

mit meiner sozialen Phobie,manche Dinge fallen mir leicht und ich kann die Aufgabe problemlos, also ohne Aufregung und Anspannung,erledigen. Und dann gibt es Ding die mir sehr schwer fallen,obwohl die Aufgaben sich gleichen.

Was mir leicht fällt:Ich kann z.B. zum Postschalter gehen und  Briefmarken kaufen ,fragen was das kostet, bei Mäckes kann ich auch ohne Probleme ein Menü bestellen.

Was mir schwer fällt: In einem Buchladen nach einem Buch fragen, oder in einem Kaufhaus nach einem Artikel fragen.

Ich verstehe es nicht. Beide Fälle sind ja identische soziale Situationen. Die eine kann ich ohne irgendwelche blöden Gedanken meistern,bei der Anderen mache ich mir X Gedanken,was alles schief gehen könnte. Das kommt immer alles automatisch und ich muß es immer nieder kämpfen. Was leider nicht immer klappt und ich dann die Situation vermeide, also z.B. das Geschäft verlasse. Aber wenn ich mich zurück erinnere, dann hatte ich auch Probleme mit der „Postsituation“, also denke ich, ich werde die anderen Sachen auch noch schaffen und eines Tages ohne Angstzustände die Situation „Buch“ meistern.

Vor kurzem habe ich an meine Zeit im Tierheim Stuttgart gedacht. Ich habe dort als Zivi begonnen, dann habe ich als Aushilfe gearbeitet und zum Schluß  als Festangestellter. Warum ich plötzlich darüber nachgedacht habe, weiß ich nicht mehr. Vergleich zu damals habe ich mich sehr verändert. Aber nicht zum Positiven, finde ich .

Damals war ich viel lockerer drauf und konnte auch auf Mensch zugehen. Ich mußte es auch, weil ich bei den Hunden gearbeitet habe. Neben dem Füttern und Reinigen der Boxen mußte ich mich um die Tierarztbesuche kümmern und auch die Leute, die Hunde suchen beraten. Betreuung von Praktikanten, Aushilfen und Strafdienstlern habe ich auch machen müssen. Ich hatte so viel Verantwortung, weil mir die Leute dort vertraut und das hat mir auch viel Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gegeben.

Dadurch konnte ich dann auch Frauen, die mich interessiert haben ansprechen. Es war für mich ganz einfach,  ich hatte keine Probleme damit. hach…das war so eine schöne Zeit…..bis ich meine Freundin kennengelernt habe. Sie war extrem eifersüchtig, nur wenn ich mit einer Frau mal 5 Minuten geredet habe, war sie gleich sauer. Ich habe mit ihnen nicht geflirtet, sondern ganz normal geredet, da ich einige schon länger kannte und befreundet war. Wir haben uns zum Beispiel über die Hunde unterhalten, die sie ausgeführt haben, oder über ihre Arbeit, Musik etc. Das hat ihr alles nicht gepasst. Ich konnte mich aber nicht richtig durchsetzen und deswegen habe ich gekündigt. War ein großer Fehler.

Und jetzt…kann ich so keine Frau ansprechen, die ich toll finde. Ich denke, weil mir die Sicherheit durch die Arbeit fehlt. Das ist irgendwie komisch, da sich die anderen Eigenschaften von mir nicht verändert haben, oder auch verbessert haben. Ich lebe am Leben vorbei, weil mir das blöde Selbstvertrauen fehlt. Das macht mich oft sehr traurig und lustlos. Und dann verliere ich noch mehr Selbstvertrauen. Ein blöder Teufelskreis.

Und komisch ist die Situation auch.Nur weil mir eine Bestätigung fehlt, finde ich mich nicht toll und liebenswert.

Nachdenken über eine Sache ist ja nicht an sich nicht schlecht. Sich kopflos in eine Sache stürzen kann ja manchmal negative Konsequenzen nach sich ziehen. Aber wenn man, so wie ich, immer über alles nach denkt, dann steht man sich nur selbst im Weg. Ich denke über jede Kleinigkeit nach und leider denke ich doch oft mehr in die negativen Folgen meiner Entscheidung. Wenn ich das machen, dann denkt der Andere ich bin dumm ,um mal ein Beispiel zu nennen. Ich male mir immer alles Mögliche aus, aber das es mal ein positives Ergebnis haben kann, kommt mir nie in den Sinn oder sehr selten. Da fallen eher Weihnachten, Ostern und ein 6 im Lotto auf einen Tag. Ich zögere dann die Entscheidung immer raus und deswegen habe ich des Öfteren schlaflose Nächte.

Vor kurzem habe ich mal wieder festgestellt, es lohnt sich, sich einen Tritt in seine 4 Buchstaben zugeben und den Teufelskreis zu verlassen. Man fühlt sich danach viel besser. Und es gibt einen ein tolles Gefühl.

Ich.., Sätze mit Ich anfangen soll man ja eigentlich nicht. Hat mir immer meine Oma erzählt,aber ich mache es trotzdem.

Ich falle so langsam wieder in meinen alten Trott zurück. Jetzt ist meine Therapie fast 2 Jahre vorbei und , unsere Sopho-Gruppe ist leider auch zerfallen. Die Treffen habe ich immer organisiert,habe immer die Rundmails geschrieben und Ort/Zeit usw. ausgemacht. Das hat mir immer viel Spaß gemacht und ich war motiviert und fröhlich,habe mir auch Sachen zugetraut.

Und jetzt ist bei mir fast alles so wie früher: Ich fange an mich abzukapseln,sitze Abends fast immer zu Hause vor dem PC oder Fernseher. Mir macht auch nix mehr richtig Spaß,bis auf meine Kochkurse.Die machen mir immer noch sehr viel Spaß und sie machen mich glücklich. Mich für etwas neues zu motivieren ist zu Zeit gar nicht drin. Ich fange auch auch wieder an zu Grübeln, das ist auch nicht gut für meine Stimmung. Und meine Schlafprobleme werden auch wieder stärker,nachts schlecht schlafen und dann tagsüber nicht fit sein. Meine Freunde haben auch nicht mehr so viel Zeit wie früher und alleine weggehen kann und mag ich nicht. Also bin ich doch immer viel alleine.

Aber vielleicht ist das auch mein Weihnachts/Neues Jahr Tief und im Januar  sieht alles schon viel besser aus.