Category: ScienceTweetUP


#ScienceTweetUp – Speeddating

Nachdem tollen und interessanten Rundgang stand das Speeddating auf dem Programm. In einer kleinen Gruppe konnten wir einem wissenschaftlichen Mitarbeiter Fragen  zu der Arbeit am Institut stellen. Die Zeit, wie es bei einem Speeddating üblich ist, war begrenzt. Bei uns auf 15 Minuten. Nach 15 Minuten kommt ein neuer Kandidat zur Fragestunde.

Speeddating

Speeddating

Den Anfang in meiner Gruppe macht Doktorandin Heidi Schludes .Sie erforscht den Aufbau der Materie und will mit ihrer Doktorarbeit einen Beitrag zu der Antwort auf die Frage: „Woher kommt die Masse“ liefern. Bis jetzt weiß man noch nicht, wie die Masse der Atome entsteht. Die bis jetzt bekannten Quarks, das sind die Teilchen aus denen die Bestandteile der Kerne aufgebaut sind, machen nur einen Teil der Masse aus. Aber woher kommt der Rest? Um eine Antwort zu bekommen schießt sie Goldionen auf Gold Targets. Mit Hilfe des HADES –Spektrometers werden die Zerfallsprodukte analysiert. Ihr Augenmerk liegt auf Kaonen und Phi -Mesonen.  Zurzeit wertet sie die Ergebnisse der letzten Versuche aus. Im nächsten Schritt, will sie Pionen auf Targets schießen. Diese Pionen müssen erst durch die Kollision eines Teilchenstrahls mit einem Target erzeugt werden. Und dann muss man es schaffen, diese Teilchen von den unerwünschten Kollisionsprodukten zu separieren, beschleunigen und dann auf das Target zu lenken. Das muss sehr schnell geschehen, da die Pionen nur einen Lebenszeit von einigen Nanosekunden besitzen.  Ich wünsche an dieser Stelle ganz viel Erfolg für ihre Doktorarbeit.

15 Minuten waren schnell vorbei, schneller als gedacht und der erste fliegende Wechsel stand an. An unseren kam Herr Doktor Timo Dickel aus der Abteilung Astrophysik. Die Astrophysik beschäftigt sich mit den physikalischen Vorgängen in Inneren von Sternen und der Frage: Woher kommen wir? In Kern einer Sonne verschmelzen Wasserstoffkerne zu Heliumkernen. Zum Ende der Lebensdauer der Sonne entstehen auch andere Elemente bis hin zum Eisen. Am Ende verwandelt sich der Stern in eine (Super)Nova, explodiert und setzt neben unvorstellbar großen Energiemengen auch Materie frei und verteilt diese im Weltraum. Aber woher kommen die ganzen anderen Elemente und die Verteilung im All? Laufen noch andere Prozesse im Kern einer Sonne ab?

Zwei Instrumente, die für seine Forschung wichtig sind, hat er uns mitgebracht. Das Flugzeitspektrometer filtert die Teilchen nur an Hand ihrer Masse aus, Ladung spielt dabei keine Rolle. Die Scheibe ist eine Art Fokussiergerät. Auf der Scheibe befinden sich Drähte, in der Mitte der Scheibe ein kleines Loch. Legt man eine gleichnamige Spannung an die Drähte an gleiten eingefangene und abgebremste Ionen über die Scheibe zum Loch hin und können dann weiter untersucht werden.

Halbzeit und der nächste Wechsel stand an. Jetzt konnten wir Herrn Doktor Markus Bender aus der Materialforschung Fragen über seine Arbeit stellen. In seiner Abteilung werden die Strahlenschäden, die durch Teilchenstrahlung entstehen erforscht. Das ist besonders wichtig für Satelliten, Astronauten und auch zukünftige Marsmissionen. Im Weltall gibt es keine schützende Atmosphäre und die von der Sonne freigesetzten Teilchen prallen auf die Satelliten.  Die Teilchen treffen nicht ständig auf die Satelliten, aber im Laufe der Zeit kommt einiges zusammen und es kann zum Versagen von Bauteilen kommen. Ein Isolator kann dann plötzlich zum Leiter werden. Mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers kann der Einfluss der Strahlen untersucht werden. Da man mit dem Beschleuniger die Anzahl der Teilchen, die auf das Bauteil treffen einstellen kann, kann man in sehr kurzer Zeit die Teilchenkontamination, die das Bauteil im All in Jahren erhalten würde, erreichen. Die Bilder zeigen geschädigte Polymerbauteile. Die schwarzen Verfärbungen sind geschädigte Bereiche. Hier wurden die Polymerketten durch den Beschuss zerstört.

Strahlenschäden an Bauteilen

Strahlenschäden an Bauteilen

Man kann sich diese Wirkung von Strahlen auf die Materie, bei der Herstellung von Nanostrukturen, gezielt zur Nutzung machen. Man kann in Polymeren gezielt Nanokanäle erzeugen, die in der Medizin zur Anwendung kommen. Man kann auch Hochdruckphasen, eine spezielle Struktur eines Materials, mit Hilfe von eingeschossenen Teilchen stabilisieren und unter Normaldruck untersuchen. Dadurch kann man dann Abläufe im Innern der Erde nachvollziehen.

 

Zum Schluß kam Frau Doktor Bettina Lommel aus dem Targetlabor zu uns. Da wir uns ja kannten, wurden wir erst mal über unser Twitter Leben etwas ausgefragt und ob man von Twittern leben kann. Anschließend erzählte sie uns noch etwas über das Labor. Im Labor werden aus allen fast allen Materialen bis zum hin zum Uran Targets hergestellt. Targets aus anderen radioaktiven Materialen werden an der Uni Mannheim hergestellt. Die hergestellten Filme können verschiedene Formen und Größen haben. Einige sind selbsttragend, andere benötigen noch einen Träger. Nicht nur für die Beschleunigeranlage sondern auch für den Petawatt Laser PHELIX (Petawatt High Energy Laser for Heavy Ion Experiments) werden die Targets erstellt.

Ein Goldtarget

Ein Goldtarget

 Fazit:

Ein sehr schönes, tolles und Interessantes Ereignis. Vielen herzlichen Dank an das tolle Orgateam vom GSI. Hoffentlich gibt es nächstes Jahr auch wieder tolle #ScienceTweetups, da ich sehr gerne wieder dabei sein möchte. Für alle, die wissenschaftliche Interesse haben, eine tolle Möglichkeit hinter verschlossene Türen zu gucken. Also Bewerbt euch! Ich hoffe ich habe alles richtig behalten und notiert. War doch sehr viel an Informationen die wir bekommen haben. Und zuhören und gleichzeitig schreiben ist nicht so mein Ding.

 

Interessante Links!

 

Nach der Mittagspause begann der zweite Teil vom #ScienceTweetUp mit der Besichtigung des Linearbeschleunigers UNILAC. In dem Linearbeschleuniger wird der Teilchenstrom für den Ringbeschleuniger SIS 18 erzeugt.

Blick vom Anfang des Linearbeschleunigers

Blick vom Anfang des Linearbeschleunigers

 

Die Ionen, die in den zwei Ionenquellen, diese konnten wir nicht besichtigen, erzeugt werden im Linearbeschleuniger, mit Hilfe von hochfrequenter Wechselspannung, auf 20 % der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, bevor sie in den Ring gespeist werden oder zu anderen Experimenten geleitet werden. Das Ion wird beschleunigt, fliegt dann durch einen abgeschirmten Teil während die Spannung umgepolt wird. Die Abschirmung ist notwendig, da sonst das Ion wieder abgebremst wird. Sobald es die Abschirmung verlässt wird die Spannung wieder umgepolt und das Teilchen bekommt einen Energieschub und beschleunigt. Das muss all ganz genau aufeinander abgestimmt werden, da sonst das Teilchen nicht am Ziel ankommt. Wir konnten den Beschleunigungsvorgang an einem kleinen Modell nachstellen.

Die nächste Station machten wir im Gehirn der Anlage. Im Kontrollraum sitzen normaler Weise 3 Personen und betrachten die Monitore. Mehr müssen sie eigentlich nicht tun. Nur wenn ein Problem auftritt, dann wird es stressig und die Kontrolleure müssen eingreifen. Der Kontrollraum erinnert ein wenig an Raumschiff Enterprise. Es fehlte nur Spock, der sich über die Konsole beugt.

Der Kontrollraum

Der Kontrollraum

 

Den nächsten Stopp machten wir am Ende des SHIP (Separator for Heavy Ion reaction Products) Filters. Mit Hilfe dieses Filters werden neue Elemente nachgewiesen. Dazu werden Ionen eines Elements im Linearbeschleuniger auf ca. 30000 km/s beschleunigt und  auf eine dünne Folie, ein sogenanntes Target, aus einem anderen Element geschossen. Wenn die Forscher Glück haben , dann fusionieren die beiden Elemente zu einem neuem Kern. Die neuen Elemente sind sehr instabil und zerfallen in Sekundenbruchteilen wieder. Dabei senden sie α-Teilchen aus. Der SHIP-Detektor kann diese messen. An Hand der detektierten α- Teilchen kann auf den Ursprungskern zurück gerechnet werden. Auf diese Weise wurden 6 Elemente am GSI Zentrum entdeckt. Den Anfang machte 1981 das Element Bh ( Bohrium ). Es folgten die Elemente Hs (Hassium) , Mt (Meitnerium), Ds (Darmstadtium), Rg (Roentgenium). Den Abschluss bildet Cn (Copericium). Es ist bis jetzt das letzte Element, das am GSI entdeckt wurde. Die Namen dürfen sich die Entdecker ausdenken. Dieser muss dann noch von der IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) genehmigt werden. Bevor das Element offiziell existiert muss es noch von einer anderen Forschungseinrichtung nachgewiesen werden. Dazu müssen die gleichen Parameter verwendet werden.

Mit Hilfe des HADES Spektrometer (High Acceptance Di-Electron Spektrometer) kann der innere Aufbau der Materie untersucht werden. Man will wissen, woher die Masse im Universum kommt. Dazu werden  beschleunigte Ionen auf ein Target geschossen. Die beschleunigten Ionen kommen diesmal aus dem Ringbeschleuniger und besitzen eine viel höhere kinetische Energie, als die Teilchen, die im SHIP Experiment genutzt werden. Im Idealfall ein steht ein Zustand hoher Dichte, der die Quarks, die Bauteile aus denen die Kerne aufgebaut sind, zu einer Reaktion. Die Zerfallsprodukte der Reaktion können detektiert werden. Bei einem Aufprall entstehen nicht nur die gewünschten Teilchen, sondern auch andere. Diese müssen aus der großen Datenmenge, ca 400 MB/s, erst herausgefiltert werden. Sehr viel Arbeit.

HADES Spektrometer

HADES Spektrometer

 

Die vorletzte Station machten wir am Krebsforschungszentrum. Am GSI wurde ein neues Therapieverfahren zur Bekämpfung von Tumorzellen im Kopf. Mit Hilfe des Verfahrens können die Krebszellen gezielt bekämpft werden. Anderes Gewebe wird durch die Strahlen nicht beeinflusst.

Wirkungsreichweite der Strahlen

Wirkungsreichweite der Strahlen

 

Der Patient wird auf eine  Liege geschnallt und muss seinen Kopf in eine extra angefertigte Maske stecken. Mit Hilfe von Lasern, wird dann die Liege genau ausgerichtet. Sobald alles fertig ist, werden die Krebszellen mit Hilfe von Kohlenstoffionen bestrahlt. In x-y-Richtung läßt sich der mm genau ausrichten. Über die Energie der Teilchen wird die Eindringtiefe bestimmt. Bei diesem Verfahren gibt es kaum Nebenwirkungen. Patienten sind in der Erprobungsphase mit dem Fahrrad gekommen, haben sich eine halbe Stunde bestrahlen lassen und sind dann wieder nach Hause gefahren. Die Tumorkontrolle liegt nach acht Jahren bei über 90 %. Nach der Erfolgreichen Erprobung wird dieses Verfahren am Uniklinikum Heidelberg in der Krebstherapie eingesetzt

Die Behandlungsliege

Die Behandlungsliege

 

Den Abschluß der Besichtigungstour bildete das Target Labor. In dem Labor werden die Targets aus den verschiedensten Elementen hergestellt. Hat ein Forscher seine Strahlzeit genehmigt bekommen, gibt er im Labor seine Wünsche bekannt. Einige Standardtargets liegen in kleinen Fächern schon bereit. Wir konnten uns auch ein Target herstellen. In einem Wasserbad schwammen kleine quadratische Folien aus Kohlenstoff. Die Plättchen mußten auf eine kleine Metallscheibe mit einem Loch gezogen werden. Dazu mußten wir das Plättchen so eintauchen, dass die Oberkante des Plättchens und der Film einen rechten Winkel bildeten. Dann mußten wir das Plättchen vorsichtig hochziehen. Et voila, hatten wir ein fünf nm dickes Target.

5 nm dünnes Kohlenstofftarget

5 nm dünnes Kohlenstofftarget

 

Mit der erfolgreichen Targetherstellung endete auch die Besichtigungstour durch das Forschungszentrum. Und auch der zweite Teil meines Berichts. Im dritten Teil werde ich über das Speeddating berichten. Den ersten Teil könnt ihr hier lesen.

Am Donnerstag, den fünften Dezember 2013 war es endlich soweit. Der lang ersehnte #ScienceTweetUp am Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt fand statt. Nach einer gemütlichen Zug- und Busfahrt bin ich sicher auf dem großen GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung) gelandet und habe mich auf dem Weg zum Eingang gemacht. Am Eingang bekam ich einen speziellen Besucherausweis, den ich leider wieder am Ende abgeben mußte.

Mein #ScienceTweetUp Ausweis

Mein #ScienceTweetUp Ausweis

 

Der Vorlesungssaal war fast perfekt für uns Twitterer eingerichtet: Steckdosen an jedem Platz, WLAN Zugang, Kaffee und Kekse, es fehlten nur Nutella und Mett-Brötchen. Und Geschenke gab’s auch. Dazu später mehr.

Um 11 Uhr waren alle Teilnehmer endlich anwesend. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer. Anschließend wurde uns das Helmholtzzentrum kurz vorgestellt. Am Institut arbeiten 1050 Mitarbeiter. Im Jahr kommen ca. 1200 Gastwissenschaftler aus der ganzen Welt an die Beschleunigeranlage, da ihnen von einer Kommission „Strahlzeit“ zugesprochen wurde. Die Anlage ist sehr gefragt, da mit ihr alle Elemente, eigentlich die Ionen der Elemente, beschleunigt werden können. Die erreichbaren Geschwindigkeiten sind auch sehr groß. Anlage hält den Geschwindigkeitsweltrekord und den Weltrekord für beschleunigte Teilchen: 32 Milliarden. Uranteilchen wurden beschleunigt. Die Beschleunigeranlage besteht aus dem 120 m langen Linearbeschleuniger UNILAC (Universal Linear Accelerator), dem Ringbeschleuniger SIS18 (Schwerionensynchrotron 18) mit einem Umfang von 216 m und weiteren diversen Experimentierapparaturen.  

Lageplan der Beschleunigeranlage

Lageplan der Beschleunigeranlage

 

Eine Beschleunigeranlage verbraucht einiges an Energie. Der Stromverbrauch beträgt 1/11000 des gesamten Stromverbrauchs von Deutschland, im Schnitt  acht bis neun MW. Die Hälfte verbrauchen die Beschleuniger, die andere Hälfte fällt auf die Infrastruktur( Licht, Rechner, usw).  50 % der Experimente werden von dem Forschungsgebiet Kernphysik durchgeführt. Je 15 % von den Gebieten Atom – und Biophysik. 5 % der Experimente werden von der Materialforschung und der Plasmaphysik durchgeführt. Die restlichen 10 % werden in die Erforschung von neuer Beschleunigertechnologie investiert.

Nach dem kurzen Einführungsvortrag konnten wir uns auf dem Weg zum Ringbeschleuniger machen, dieser befindet sich unter der Erde. Am Eingang bekamen wir einen Dosimeter und einen Helm. Der Dosimeter ist notwendig, da mit der Anlage auch radioaktive Materialien beschleunigt werden. Den Helm mußten wir tragen, da zurzeit Bauarbeiten stattfinden.

Unsere Schutzhelme

Unsere Schutzhelme

Dosimeter

Dosimeter

 

Der Ringbeschleuniger ist aus verschieden Baugruppen zusammengesetzt: einer Beschleunigungsstrecke, aus diversen Magneten, Pumpen und einem Kickermagneten. Der Kickermagnet lenkt den Teilchenstrahl aus der Kreisbahn ab und lenkt ihn zu den Experimenten. Der Teilchenstrahl ist in 4 Paketen unterwegs, somit können 4 Experimente gleichzeitig durchgeführt werden. Da die Teilchen sehr schnell unterwegs sind, über 400000 U/s, muss auch der Kickermagnet sehr schnell ein und aus schaltbar sein. Die Schaltzeit beträgt 400 ns. Das Blinzeln dauert ca. 400 Millisekunden, ist also rund 106 mal langsamer als die Reaktionszeit des Magneten.

Beschleunigerstrecke

Beschleunigerstrecke

ein Quadropolmagnet

ein Quadropolmagnet

Der Kickermagnet

Der Kickermagnet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Teilchenstrahl wird im Linearbeschleuniger erzeugt, rast in ein paar µs 20- bis 30-mal im Kreis und wird dann mit 80000 Volt beschleunigt. Damit überhaupt ein konstanter Teilchenstrahl existieren kann, muss im System ein sehr niedriger Luftdruck herrschen, ein sehr gutes Vakuum vorliegen. Der Pumpvorgang dauert eine bis zwei Wochen und ist in mehrere Schritte unterteilt. Im ersten Schritt wird die Anlage mit Stickstoff geflutet. Anschließend wird das Gas mit Vorpumpen abgesaugt. Im dritten Schritt werden Turbomolekularpumpen eingesetzt um den Druck weiter zu reduzieren. Zum Entfernen von Oberflächenmolekülen wird das System aufgeheizt. Nach dem Aufheizen werden die Turbomolekularpumpen abgeschaltet, das System gekühlt und die restlichen Teilchen durch Ionisation und durch Anlegen einer Spannung vor dem Pumpeneingang abgesaugt. Im System herrscht jetzt ein Druck von einem Milliardstel Pascal. Im System wurden auch spezielle Materialien eingebaut, die frei herumfliegende  Teilchen gut adsorbieren können. Desweitern wurden Blöcke aus reinem Kupfer, die mit einer Goldschicht überzogen sind, eingebaut. Die Blöcke reduzieren, bei einem ungewollten Ausbruch der beschleunigten Teilchen aus der Kreisbahn, die Anzahl, der bei einer Kollision frei werdenden Teilchen, von mehreren 10000 auf 100. Durch diese Verbesserungen hat ein Teilchen jetzt eine freie Weglänge von 100000 km. Würde man in einem Auto sitzen, dass 100 km/h fährt, würde es 41,6 Tage dauern, bis man wieder auf ein anderes Auto trifft. (Das will natürlich keiner, genauso will das auch kein Teilchen im Ring.)

Nach der Besichtigung konnten wir einen Blick auf die FAIR ( Facility for Antiproton and Ion Research) Baustelle werfen. Zur Zeit finden auf dem Gelände die Pfahlgründungen statt, da der Boden sehr instabil ist und dadurch die Gebäude um bis zu 80 cm einsinken könnten. Im Endausbau besteht FAIR aus acht Ringbeschleunigern mit bis zu 1.100 Metern Umfang, zwei Linearbeschleunigern und rund 3,5 Kilometern Strahlführungsrohren.

Blick auf die FAIR Baustelle

Blick auf die FAIR Baustelle

 

Im 2 Teil werde ich über die restliche Anlage berichten.Auf Flickr könnt ihr euch schon alle Bilder anschauen. Ich hoffe, ich habe mir alles richtig notiert und auch gemerkt. 

 

Das GSI – #ScienceTweetup am 27 August    ist ja leider ausgefallen. Jetzt gibt es endlich einen neuen Termin. Diesmal findet das #ScienceTweetup am 5. Dezember statt. Zum Glück habe ich Zeit und kann auch kommen. Ich werde natürlich für euch darüber twittern und bloggen. Und natürlich auch Fotos machen.

Da einige Teilnehmer keine Zeit am neuem Termin haben, kann man sich nochmals bewerben. Ich wünsche euch viel Glück!

15 Twitterer können am ScienceTweetup des GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung) Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung teilnehmen und den Teilchenbeschleuniger in Darmstadt – Wixhausen besuchen. Und ich bin einer davon!!! Yuppiieee!

Den Begriff „Teilchenbeschleuniger“ hat bestimmt schon jeder einmal gehört, sei es in den Nachrichten, oder in Romanen. Der bekannteste steht in Genf: CERN, bekannt aus dem Roman Illuminati von Dan Brown. In einem Teilchenbeschleuniger werden geladene Teilchen, Ionen, Elektronen oder Protonen durch eine elektrische Hochspannung auf sehr hohe Geschwindigkeiten, sehr nahe an der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Früher stand auch in fast jeden Haushalt ein kleiner, linearer, (die Teilchen werden auf gerade Strecke beschleunigt) Teilchenbeschleuniger: der Röhrenfernseher. Hier werden Elektronen durch eine Spannung beschleunigt und erzeugen beim Auftreffen auf den Schirm das Bild. In einem Teilchenbeschleuniger werden die beschleunigten Teilchen auf ein sogenanntes Target, eine Metallfolie, oder Zellen geschossen. Aus der Beobachtung der Kollision kann man u.a. Rückschlüsse auf den Aufbau der Materie schließen. Darüber weiß man nur sehr wenig.

Damit die Beschleunigung von Teilchen funktioniert muß ein (fast absolutes) Vakuum vorliegen. Bei so einer kleinen TV Röhre ist das nicht so aufwendig. Hat man aber ein sehr großes Gebilde, wie den GSI SIS 18 Ringbeschleuniger, mit einem Umfang von 216 Metern, steigt der Aufwand sehr stark an Die Pumpen müssen die gesamte Beschleunigeranlage auf ein Vakuum von 10-9 Pa bringen. Der normale Luftdruck beträgt im Schnitt 1000 hPa.

Die Gesellschaft für Schwerionenforschung wurde 1969 gegründet, 1975 ging der Linearbeschleuniger in Betrieb, 1990 der Ringbeschleuniger. Zurzeit wird die FAIR, Facility for Antiproton and Ion Research, Anlage gebaut. Deswegen kann auch das ScienceTweetup stattfinden.

Wofür braucht man solche Anlagen? Hier am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung wird in folgenden Wissenschaftsbereichen geforscht und experimentiert:

  • Kern- und Teilchenphysik: Synthese von neuen Elementen, Aufbau der Materie,
  • Atomphysik: Eigenschaften und Vorgänge in der Atomhülle
  • Plasmaphysik: Simulation der Abläufe in Stern oder großer Planeten
  • Biophysik/Medizin: Tumorbehandlung, im Gehirn,  durch Bestrahlung mit ionisierten Kohlenstoffatomen. Wird zur Zeit auch in der Heidelberger Universitätsklinik  angewendet,
  • Materialforschung: Stabilisierung von Hochdruckphasen, Herstellung von Membranen.

Die Biomedizinischen Experimente sind auch wichtig für zukünftige, längere Weltraumaufenthalte, z. B. die Marsmission, da in Weltraum kein natürlicher Schutz vor der ionisierten Strahlung besteht. Mit Hilfe der Materialforschung kann ortsaufgelöst die Strahlungshärte von Mikroelektronikbauteilen untersucht werden. Durch die Strahlung werden diese beschädigt und können Versagen. Davon betroffen sind Flugzeuge und auch Satelliten.

Was man noch alles machen kann, was es noch zu sehen gibt, werde ich auf dem ScienceTweetup erfahren.

Das GSI Social Media Team hat sich folgendes Programm für die wissenschaftlich Interessierten Twitterer ausgedacht:

  • Begrüßung/Einstiegsvortrag/Sicherheitshinweise
  • Besichtigung des Ringbeschleunigers SIS
  • Mittagspause
  • Besichtigung der Forschungsanlage
  • Speeddating mit den Wissenschaftlern
  • Gruppenfoto/Ende

Ich werde für euch Live Twittern, Fotos machen und auch darüber dann bloggen. Auf Twitter könnt ihr auch @GSI_de oder @ScienceTweetup folgen, der ihr sucht nach #ScienceTweetup.