Vor  fast einem Jahr habe ich mit meiner Gruppentherapie angefangen. Diese wurde auch von meiner Krankenkasse übernommen. Die Genehmigung haben sie auch sehr schnell erteilet. Mitte Dezember  2008 hatten wir, meine Therapeutin und ich, den  Antrag an die Krankenkasse geschickt und im Januar hatte ich das Ok bekommen.  Die Gruppensitzungen  waren immer Donnerstag von 19 Uhr bis 21 Uhr im TeZet, Therapiezentrum der Gerhard – Alber-Stiftung, Christophstr. 8, 70178 Stuttgart. Der Kurs hieß Schluss mit der Angst, sich zu blamieren! – Hilfe bei sozialen Ängsten. Es gab 10 Termine.

Vor dem ersten Termin war ich sehr nervös. Hätte ich vorher nicht meine Einzelsitzungen gemacht, wäre ich da nicht hingegangen.  Zu Beginn sollten wir uns in einen Stuhlkreis setzen, dann hat sich unserer Gruppenleiterin vorgestellt und kurz umrissen wie sie den Kurs gestalten will. Sie meinte aber auch, sie ist da sehr flexibel, damit wir auf Probleme mehr eingehen können. Dann kamen wir an die Reihe, jeder musste sich vorstellen: Name, welche Probleme man hat, was man hier im Kurs erwartet… Damit keiner genau wusste wann  man an der Reihe  war, hat sie ein Kuscheltier mitgenommen. Diese wurde dann weitergeworfen.

Ich war sehr über die Gruppenzusammensetzung überrascht. Von einigen hätte ich nie gedacht, dass sie das gleiche Problem hätten wie ich. Sie haben doch relativ viel gesagt und nicht so wie ich,  ruhig und wenig sagen. Es war ein bunter Querschnitt würde ich sagen. Es gab Studenten, Leute die in sozialen Bereichen arbeiten,…, Selbständige. Wir hatten auch nicht immer dieselben Probleme, es gab welche, die konnten Problemlos telefonieren oder präsentieren. Nach der Vorstellungsrunde gab es eine kleine Pause, wir standen alle im Vorraum und redeten nicht viel, weil wir alle Probleme mit Smalltalk haben und , bei mir ist es immer noch der Fall, habe.

Die Pause war die 1.Übung. Es kam wieder das Stofftier an die Reihe: Jeder musste jetzt seine Gefühle usw. beschreiben. So in etwa liefen immer die Übungen ab: Wir bekamen die Aufgabe, dann kam die Durchführung, dann kam wieder der Stuhlkreis und das Stofftier an die Reihe und wir mussten wieder über unsere Gefühle reden. Damit war unsere erste Sitzung vorbei.

Bei der nächsten Sitzung war ich schon weniger nervös. Diesmal begann die Runde mit einer kleinen Zusammenfassung unserer Woche: Was haben wir erlebt, gab es Probleme, usw. Ich kann mich nicht mehr  an alle Übungen erinnern, jedenfalls sagt das mir mein Gefühl. Also werde ich von denjenigen Berichten, die mir in Erinnerung blieben. Ich werde sie durchnummerieren, aber die Reihenfolge stimmt nicht mit der Abfolge im Kurs überein.

  1. Übung:  Austeigen aus der S- Bahn:
    Wir stellt ein paar Stühle dicht zusammen, in der Mitte war etwas Platz. Wir mussten uns in die Mitte stellen. Derjenige, der sich am hintern Ende befand musste sich dann nach vorne kämpfen. Einmal  freundlich: „Könnte ich da bitte vorbei“, beim zweiten Mal  sollten wir uns durchdrängeln.  Für mich war die Übung noch relativ einfach.
  2. Übung:  Sich in der Pause anschweigen
    In einer Pause durften wir uns nicht unterhalten und sollten auch nix anderes machen.  Warum? Wir alle haben ja Probleme mit Smalltalk und wir versuchen es mehr oder weniger zu vermeiden. Wir  sollten einfach mal sehen, wie es ist, wenn alle sich nur anschweigen und nix sagen. Ich kam mir bei  dieser Übung blöd vor und beobachtet. Ich war froh, als die Pause wieder vorbei war.
  3. Übung:  Jemanden etwas persönliches Erzählen
    Wir wurden in Paare aufgeteilt und mussten uns dann gegenseitig etwas persönliches Erzählen. Jeder 10 min und man sollte auch nachfragen. Die Übung war schon etwas schwerer für mich. Das Erzählen war schwerer als das Zuhören.
  4. Übung: Leute angucken und gleichzeitig beobachtet werden.
    Es wurde ein Stuhlkreis gebildet. Jeder musste sich in die Mitte stellen und jeden anderen in die Augen schauen.
  5. Übung: Vor einer Gruppe etwas erzählen.
    Wir wurden  in 3 Gruppen aufgeteilt und  einer musste sich dann vor die Kleingruppe hinstellen und über seine Woche berichten. Die Übung wurde 3-mal durchgeführt. Das 1. Mal sollten wir versuchen entspannt und ruhig zu berichten, dann uns vorstellen wir versprechen uns bestimmt, stottern, werden rot. Und zum Schluss wieder versuchen ruhig und entspannt zu berichten. Anschließend musste die Gruppe den anderen Gruppen Bericht erstatten: Erzählen wie es für einen war und dann musste man seine Beobachtungen über die anderen mitteilen.
  6. Übung:  Der Laufsteg
    Wir saßen uns gegenüber und in der Mitte wurde ein kleiner Gang freigelassen. Dann wurden wieder Paare gebildet. Das Paar ging dann an den Startpunkt und einer musste den Gang auf und ablaufen, sein Partner musste ihn dann beobachten und dann versuchen ihn zu imitieren. Dann gab es eine Beurteilung durch die Anderen. Dann wurden die Rollen getauscht.

Die letzten „ Übungen waren für mich persönlich die schwersten Übungen, weil es mir immer( noch)  schwerfällt vor Anderen etwas zu machen.

Wir haben auch noch andere Übungen gemacht, aber die fallen mir gerade nicht mehr ein. Falls sie mir mal wieder einfallen werde ich sich noch ergänzen.

Neben den Übungen gab es auch theoretische Teile. Diese ähnelten meinen Übungen in der Einzeltherapie.

Da sich unsere Gruppe sehr gut verstanden hat, haben wir immer noch Kontakt und treffen uns einmal im Monat.

Wer mehr über das Kursprogramm der Alber –Stiftung wissen will schaut einfach hier nach.